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Presse-Archiv

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Kontraste weisen den Weg

In der Stiftung Waldheim gibt es eine Wohngemeinschaft für sehbehinderte Bewohner

Von unserer Mitarbeiterin
Inka Sommerfeld

CLUVENHAGEN. In freundlichem Gelb strahlt Bewohnern und Besuchern der Flur entgegen. Ganz neu wurde er jetzt gestrichen und - als Kontrast zum hellen Gelb der Wände und des Bodens - mit blauen Streifen auf dem Boden versehen. Was anmutet wie modernes Design, hat einen zweckmäßigen Hintergrund: In der Stiftung Waldheim, genauer gesagt im Haus Verden, gibt es jetzt eine Wohngemeinschaft (WG) für Bewohner mit visuellen Beeinträchtigungen.
"Vier Mitglieder sind völlig blind", stellt Wohnbereichsleiterin Saskia Schirmacher die Bewohner vor. "Die übrigen fünf sind unterschiedlich stark sehbehindert." Deshalb der Kontrast, das helle Licht und die Handläufe, die an den Wänden angebracht wurden.
Diese WG- Idee entstand durch die Zusammenarbeit mit der niederländischen Einrichtung De Brink. Dort wurden die Bewohner auf Sehbehinderung hin untersucht. Die Ergebnisse brachte Schouten und seine Mitarbeiter auf den Gedanken, eine WG mit besonderem Betreuungsangebot ins Leben zu rufen. Ein Zimmer ist dort noch frei. Im Juli vergangenen Jahres brachten die Mitarbeiter ein Projekt auf den Weg, an dem sich sämtliche Wohnbereichsleiter des Fachbereichs beteiligten. Mit dem Ergebnis sind Schirmacher und Schouten zufrieden.

Die Wohngemeinschaft ist im Haus Verden untergebracht, und zwar im Erdgeschoss. So gibt es für die sehbehinderten Bewohner ein Hindernis weniger: die Treppe. Auch stellten die Mitarbeiter die Gruppe neu zusammen. "Wir wollen mehrfachbehinderten Menschen, die außerdem sehbehindert sind, entsprechende Betreuung, Unterstützung, Pflege und Förderung ermöglichen", stellt Schirmacher das Konzept vor, "dabei steht die Sehbehinderung eindeutig im Vordergrund." Durch die ebenerdige Lage kommen die Bewohner, den Handläufen und den Kontraststreifen folgend, auf die Terrasse und in den Garten. "Doch die Gestaltung des Gartens mit Wegen, Handläufen und eventuell einem Kräutergarten wollen wir im kommenden Jahr angehen", sagt Schirmacher.

Ebenfalls neu ist das große Badezimmer. Auch dieser Raum ist mit einem Leitsystem als Orientierungshilfe ausgestattet. Kacheln in kräftigem Blau führen die Bewohner zu den Waschbecken, Toiletten und der Dusche. Die Fliesen bilden einen guten Kontrast, da der übrige Raum weiß gekachelt wurde. Doch Schouten und Schirmacher haben noch viel mehr vor.
"Im kommenden Jahr planen wir eine barrierefreie Küche", sagt Schirmacher, "außerdem den Snoezelraum zur Entspannung und die Förderung der Wahrnehmung." Die Bezeichnung Snoezelraum übernahmen die Mitarbeiter aus dem Niederländischen, das bedeutet Kuschelraum. Auch der Flur ist noch nicht ganz fertiggestellt. Tastbilder sollen an den Bewohnerzimmern und Funktionsräumen angebracht werden, und zwar bald. "Anfang des Jahres wollen wir das im Rahmen einer Projektwoche angehen", sagt Schirmacher. Die endgültige Fertigstellung soll mit dem Mobilen Atelier aus Bremen und den Bewohnern über die Bühne gehen. Die Bremer Volksbank finanziert das Projekt mit einer Spende. Momentan arbeiten in der Wohngemeinschaft sechs Heilerziehungspfleger und zwei Auszubildende. Sie fördern jeden Bewohner im Rahmen der individuellen Möglichkeiten. Wegen ihrer völligen Blindheit oder ihres eingeschränkten Sehvermögens sind die Bewohner auf ihre verbliebenen Sinnesmodalitäten angewiesen, unter anderem Hör-, Tast- und Gleichgewichtssinn. Sie werden in die Hauswirtschaft mit einbezogen und dabei begleitet.   oben

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kurier Seite: 5 Datum: 20.12.2006

18.11.06:
Musik und Kohl im Schloss Etelsen

Stilvoller Abend für Gäste der Stiftung Waldheim


Ein Abendessen der besonderen Art bereitete die Stiftung Waldheim ihren Gästen am Vorabend des Tags der offenen Tür. „Geladen waren Spender, Ehrenamtliche, gute Kunden, Vertreter aus Politik und Gesellschaft, kurzum Leute, denen wir zu Dank verpflichtet sind“, erläuterte Vorstandssprecher Dieter Haase die Liste der Anwesenden. In seiner Eröffnung lud er die Gäste ein, gemeinsam mit der Stiftung auch die zukünftigen Wege gemeinsam zu gehen. Für die Musik im oberen Schlosssaal mit beeindruckender Akustik war dann Reinhard Röhrs aus Ottersberg zuständig. Mit seinen mal spritzigen mal tiefsinnigen Interpretationen von Gedichten Christian Morgensterns hatte er die Zuhörer schnell gewonnen. Der sowohl mit dem Kontrabass als mit der Gitarre bestens vertraute Röhrs stellte dabei mit Morgenstern gar bedeutsame Fragen wie „warum der Wiesel auf dem Kiesel sitze“. Um die Gäste nicht ratlos zurück zu lassen, gab er aber auch die Antwort: „Das raffinierte Tier tat`s um des Reimes willen“. Es war ein sehr gelungener Vortrag, vielleicht auch weil sich die vertonten Texte Morgensterns im Schloss, das aus der gleichen historischen Epoche wie der Dichter stammt, besonders wohl fühlten.

Anschließend lockten Studentinnen der Fachhochschule Ottersberg die rund 80 schon recht amüsierten Gäste in den Speisesaal mit drei Chorliedern, die Lust auf mehr machten. Dem stand allerdings der geplante Hauptgang entgegen. „Kohl und Pinkel gibt es bei uns schon seit Jahrzehnten am Tag der offenen Tür, da lag es nahe, unseren Gästen diese norddeutsche Leckerei, ergänzt mit Rote Grütze und Vanillesoße zu offerieren,“ begründete Dr. Manfred Gangkofer, Vorstandsmitglied und Organisator des Festes den Speiseplan. „Wir sind hier wohl die Vorkoster“, scherzten entsprechend einige Gäste. Sie waren mit dieser Rolle aber ganz und gar nicht unzufrieden. Denn im Speisesaal schmeckte den Gästen dann nicht nur der Kohl, auch das stilvolle Ambiente des Etelser Schlosses trug viel zur freudigen und angeregten Stimmung bei. Gangkofer äußerte sich anschließend hoch zufrieden über diesen schönen Abend: „Es war schön, dass wir unseren ‚VIPS’ in einem würdigen Rahmen begegnen konnten. Am Tag der offenen Tür mit über tausend Besuchern haben wir dafür leider keine Zeit.“ „Musik und Kohl im Schloss“ hinterließ musikalisch einen guten Nachhall und gastronomisch einen angenehmen Nachgeschmack und mancher fragte sich: „Findet das im nächsten Jahr eigentlich wieder statt?“

Auszubildende für Heilerziehungspflege erfolgreich!

Heilerziehungspfleger: Teilweise Weiterbeschäftigung in Stiftung Waldheim


CLUVENHAGEN (mo) Auch in diesem Jahr werde man, trotz angespannter Finanzsituation, einigen der neu ausgebildeten Heilerziehungspfleger die Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung geben, erklärte Hartmut Tykarski, Mitglied im Vorstand der Stiftung Waldheim jetzt bei der Examensfeier für frisch gebackene Heilerziehungspfleger in der Stiftung Waldheim.

 Ramona Baum, Mirco Buttgereit, Tabea van Frieling, Carmen Gäde, Jacob Häfker, Robert Lignowski, Sebastian Nordheim, Nicole Oehlkers, Natalia Wasserman, Dortjen Zilz, Susanne Haas können sich nun nach dreijähriger Ausbildungszeit staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerinnen bzw. Heilerziehungshelfer nennen.

„In unserer Einrichtung für behinderte Menschen wurden sie berufsbegleitend ausgebildet. Das bedeutet, die Schülerinnen und Schüler sind einen Teil der Arbeitswoche in der Schule zur theoretischen Ausbildung und die übrige Zeit an ihrem Arbeitsplatz, wo sie gleich die praktischen Anteile umsetzten können. Eingesetzt werden sie dabei sowohl im Wohnbereich, aber auch zum Beispiel in der Helene-Grulke-Schule“, erklärte Tykarski. Bei der Examensfeier konnte Hartmut Tykarski auch die Schulleiter der Fachschulen für Heilerziehungspflege in Rotenburg und Hannover begrüßen.

Mindestvoraussetzungen für den Beruf zum Heilerziehungspfleger (HEP) ist der Realschulabschluss und ein Jahr in der Berufsfachschule. Da die Stiftung Waldheim zu den ganz wenigen Einrichtungen gehört, die für die Ausbildung noch eine Ausbildungsvergütung zahlt, sind alle neuen Ausbildungsplätze ab Sommer 2006 schon wieder besetzt. Dabei haben fast alle jungen Menschen, die vorher in der Stiftung ihren Zivildienst oder ein Jahrespraktikum gemacht haben, sich auf diese Ausbildungsstellen beworben, so Vorstandsmitglied Tykarski.

 Aus: Achimer Kreisblatt, 29.7.2006

Pressemitteilung
10.1.2006


Stiftung Waldheim gut gerüstet
Vorstandsquartett zieht positive Bilanz für 2005
 

Rundum zufrieden zeigte sich Ulrike Behrens, Vorstandsmitglied der Stiftung Waldheim und dort zuständig für Finanzen und Personal: „Die internen Vorgaben für die Personalkosten im Jahre 2005 konnten fast punktgenau eingehalten werden. Dies ist uns gelungen, ohne die Qualität unserer Arbeit mit den geistig behinderten Menschen nachhaltig zu verschlechtern." Dabei ist auch die Stiftung wie alle sozialen Einrichtungen aufgrund der politischen Lage und den Löchern in den öffentlichen Haushalten enorm unter Druck. Schon seit Jahren gibt es keine Erhöhung der staatlichen Entgelte mehr, während die Kosten für Personal und Sachmittel, zuletzt gerade die Energiekosten munter stiegen. „Diese faktischen Kürzung des Budgets haben wir zwar mit Anstrengungen aber letztlich noch verträglich aufgefangen," zieht auch Vorstand Dieter Haase eine positive Bilanz. Ab 2006 greift jetzt das so genannte Korridorverfahren, nach dem das Land Niedersachsen innerhalb von fünf Jahren die Kosten bei Einrichtungen, die über einem gewissen Durchschnitt liegen (dazu gehört auch das Waldheim), auf diesen Durchschnitt absenken will. Was dies für die Stiftung bringen wird, ist noch nicht klar. Der Vorstand sieht die Einrichtung allerdings hierfür gerüstet.

Foto (v. li. n. re.): Urlike Behrens, Hartmut Tykarski, Dr. Manfred Gangkofer, Dieter Haase

Der Gesamtumsatz von ca. 15 Mio. Euro zeigt auch die ökonomische Bedeutung des Betriebes. „Ca. 80 % des Gesamtumsatzes sind Personalkosten, und da der überwiegende Teil des Personals auch im Landkreis Verden wohnt, fließen diese Gehälter direkt in den Wirtschaftsraum des Landkreises," rechnet Haase vor. Auch die anderen Mittel verbleiben mehr oder weniger in der Region. Allein im Flecken Langwedel wurden im vergangenen Jahr Verbrauchsgüter im Wert von 400.000 Euro von der Stiftung gekauft, dazu kommen noch Investitionsaufträge an heimische Firmen. Mit diesem Volumen ist die Stiftung ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und bei ca. 400 Mitarbeitern auch als Arbeitgeber im Kreis kaum wegzudenken.

Dabei vernachlässigt man den selbst gestellten sozialen Auftrag nicht. „Die Sozialleistungen entsprechen dem Standard des öffentlichen Dienstes oder übertreffen ihn, die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ist eng," betont Behrens. Sie merkt hierzu allerdings an: „Wie wir mit dem neuen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst umgehen werden, ist noch unklar. Da steht noch einiges an Arbeit an." Mit 38 beschäftigten Auszubildenden engagiert sich die Stiftung zusätzlich in der Berufsausbildung.

In 2005 wurde erneut die Zertifizierung des internen Qualitätsmanagement-systems nach der internationalen Norm erteilt, was beweist, dass die Arbeit auch im inneren hervorragend organisiert sei. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist ausgezeichnet, gerade mit dem Landkreis Verden und dem Flecken Langwedel bestehe eine gute Zusammenarbeit. Die Bildung eines beratenden Beirates, in dem auch allerlei politische Prominenz sitzt, hat sich sehr bewährt," fügt Dr. Manfred Gangkofer, ebenfalls Vorstandsmitglied hinzu. Viele Privatpersonen und Firmen zeigten ihre Verbundenheit mit der Stiftung regelmäßig durch Spenden. „Unser Spendenaufkommen ist stabil, zum Glück gibt es einige Großspender, die auch innerhalb des Betriebes auf einer Ehrentafel gewürdigt werden," ergänzt Gangkofer.

Auch mit der Belegung ist man zufrieden. Hartmut Tykarski, im Vorstand für den Wohnbereich, weist darauf hin, dass„mit 320 Bewohnern so viele behinderte Menschen wie noch nie in der Stiftung leben." Auch die 8 Klassen der Helene-Grulke-Schule, die vor allem auswärtige Schüler besuchen, sind gut ausgelastet.

Die positive Bilanz des Jahres 2005 ist auch eine Zwischenbilanz des neuen Vorstandes. Denn erst seit eineinhalb Jahren besteht der Vorstand der Stifung Waldheim aus vier gleichberechtigten Personen. Diese kollegiale Lösung, die für viele außen Stehende ungewöhnlich wirkt, hat sich sehr bewährt. „Viele Kompetenzen in einer Gruppe machen die Gruppe stark," lobt Haase die Vorteile der Teamarbeit.

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