Presse-Archiv
Doktor Deter kommt ins Clüverhaus
Lesung, Theater und Musik im Clüverhaus
|
ACHIM. Mit unkonventionellen Behandlungsmethoden und nimmermüde nimmt sich der vom niederländischen Kinderbuchautoren Toon Tellegen erdachte Doktor Deter dem nicht enden wollenden Strom von Kranken an. Er heilt sie alle. Der Sprechkünstler und ehemalige Radio-Bremen-Nachrichtensprecher Erwin Odermatt liest am Freitag, 28. Mai, in Achim aus Toon Tellegens meist lustigen und von Menschenkenntnis zeugenden Geschichten. Begleitet wird er beim Auftritt ab 18 Uhr im Café im Clüverhaus an der Großen Kirchenstraße von Anne und Davy mit eigenen Stücken an der Gitarre und an Percussions-Instrumenten. Dazu bieten die Halalulu-Bonbons der Stiftung Waldheim unter Leitung von Ruth Podlich szenisches Spiel, das sich mit der Lesung berührt, verknüpft oder abwechselt. Für diese bunte Mischung aus Lesung, Theater und Musik hat der Besucher keinen Eintritt zu bezahlen, um Spenden wird gebeten. © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 18.05.2010 |
Waldheim zeigt Kunstarbeiten
Bewohner ließen ihrer Kreativität freien Lauf/Ausstellung im Achimer Rathaus
|
VON ANNE-CHRISTIN KLARE Langwedel-Achim. Eine wilde Fratze, ein Stillleben mit Zitronen oder ein rotes Fabelwesen: Die Gemälde, die seit gestern im Achimer Rathaus ausgestellt sind, können unterschiedlicher nicht sein. Die Schöpfer der Werke sind die Bewohner der Stiftung Waldheim Cluvenhagen, die ihrer Kreativität freien Lauf ließen. Sie hatten keine Themenvorgabe und keine teschnischen oder stilistischen Vorschriften. Es sind farbenfrohe Bilder, die über drei Etagen im Achimer Rathaus ausgestellt sind. Knalliges Rot trifft auf dunkles Blau, helles Gelb auf zartes Grün. So unterschiedlich wie die Farbauswahl sind auch die Themen die dargestellt sind. Einige Gemälde zeigen Menschen, andere Stadtlandschaften, Stillleben oder Abstraktes. Die Bilder der Ausstellung sind im Kunst-Raum der Stiftung Waldheim Cluvenhagen entstanden. Im Kunst-Raum treffen sich die Bewohner der Stiftung in überwiegend freizeitorientierten Gruppen, um künsterisch tätig zu sein. Einige Gruppen finden auch als begleitendes therapeutisches Angebot innerhalb der Tagesförderung statt. Die rund 50 Gemälde im Rathaus stammen von 15 verschiedenen Künstlern im Alter von 20 bis 70 Jahren. Die Kunsttherapeuten Miriam Dehn und Florian Heidelberger haben die Ausstellung organisiert. Für einen Monat wollen sie die Werke der Stiftungs-Bewohner in dem hellen, lichtdurchfluteten Gebäude in der Innenstadt präsentieren. "Jeder Künstler hat ein ganz individuelles Bild gemalt", sagt Dehn. Einige haben an etwas typisch Saisonales gedacht, andere haben Fußball-Bilder im Hinblick auf die Weltmeisterschaft gestaltet, wieder andere haben einfach das gemalt, was ihnen in den Sinn gekommen ist. Und manche haben sich von den großen Künstlern der Vergangenheit inspirieren lassen. So erinnern einige Bilder an die Gesichter von Pablo Picasso, die Figuren von Paul Gaugin, die Architektur von Friedensreich Hundertwasser oder Liebenden von Gustav Klimt. Der Kunst-Raum der Stiftung Waldheim soll den Menschen die Möglichkeit bieten, aus dem Alltag herauszukommen. Die Beschränkungen, die durch eine Behinderung erfahren werden, können durch künstlerisches Gestalten überwunden werden, so die Organisatoren. Die Bewohner können hier ihren Gefühlen und Vorstellungen Ausdruck verleihen. Darüber hinaus können sie sich künstlerische Fähigkeiten und Sachkenntnisse aneignen. Das Ziel des Kunst-Raumes ist die individuelle Förderung des künstlerisch tätigen Menschen. Die Gemälde, die in den Malgruppen entstanden sind, können käuflich erworben werden. Ein Drittel der Einnahmen erhält der Künstler, zwei Drittel gehen zur Deckung des Aufwands an den Kunstbereich der Einrichtung. Interessierte können sich mit der Stiftung Waldheim Cluvenhagen unter der Telefonnummer 0 42 35 / 8 90 in Verbindung setzen. © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Verdener Nachrichten Datum: 18.05.2010 |
Der Fußball vermittelt Werte
Im TSV Achim trainieren zwei Mannschaften zahlreiche Spieler mit Beeinträchtigung
|
Im TSV Achim trainiert und spielt dieses Fußballmannschaft. Die Menschen mit Beeinträchtigung sind voll bei der Sache. Foto: as ACHIM (as) "Elf Freunde müsst ihr sein". Dieser Spruch vom ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger steht für Fußball und die damit verbundene Gemeinschaft. Die Sportart ist für viele die schönste Nebensache der Welt, da sie Menschen zusammenbringt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es im TSV Achim eine Kinder- und Jugendmannschaft für Sportler mit Handicap und seit kurzem auch eine für Erwachsene. "Beim Fußball werden Werte und Normen auf ganz natürliche Art und Weise vermittelt", erklärt Heiko Bergmann von der Waldheim Begegnungs- und Beratungsstelle (WaBe). Diese Arbeit könne in pädagogischen Sitzungen nicht geleistet werden. Außerdem können beim Fußball soziale Defizite gut aufgearbeitet werden, da die Hierarchie klar strukturiert sei. Bei dieser Sportart trete man als Team auf und erlebe zusammen Niederlagen und Siege. Der Sportler sei nicht mehr eine Einzelperson, sondern in einen Verbund integriert, für den er auch Verantwortung trage. Dieses Pflichtgefühl hat vor allem für Patrik Händler seit Freitagabend große Bedeutung gewonnen. Der 20-jährige wurde zum Kapitän der Erwachsenenmannschaft ernannt. "Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen", so der Torwart, dessen Idol Tim Wiese ist. Sein Team wird von WaBe-Mitarbeiter Mirco Buttgereit und Peter Kathmann vom TSV Achim trainiert. Letzterer bringt auch den Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen das Fußballspielen bei. Doch nicht nur der Sport, sondern auch die Gemeinschaft wird hierbei gefördert, beispielsweise auf Weihnachtsfeiern - die letzte verbrachten die Heranwachsenden bei Werder Bremen, wo sie das Stadion und das Museum besuchten. "Wir möchten, dass beide Teams in das soziale Netzwerk integriert werden und am Vereinsleben teilnehmen", erklärt Heiko Strüver, stellvertretender Vorsitzender des TSV Achim. Die Mannschaften trainieren immer freitags, erst die Kinder und Jugendlichen, danach die Erwachsenen. Frauen und Männer, Jung und Alt spielen zusammen. Das Team gliedert sich auf dem Sportplatz hervorragend ein und die anderen Sportler nehmen kaum wahr, dass nebenan Menschen mit Beeinträchtigung trainieren. "Nach längerem Hingucken ist es uns schon aufgefallen", erzählt Familie Grüpmeier. Die fünf zauberten ein bisschen mit dem Ball und waren ganz begeistert von den Kickern auf dem Nebenplatz. Das könne nur gefördert werden, so das einstimmige Statement der Ahrberger. Auch Trainier Mirco Buttgereit ist dieser Meinung. "Viele kennen keine Menschen mit Beeinträchtigung und wissen dementsprechend nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen." Seine Schützlinge haben im alltäglichen Leben schon viel Ablehnung kennen gelernt, doch im Verein seien sie integriert und akzeptiert. Dadurch sei bei vielen auch das Selbstwertgefühl gestiegen. Seine Spieler kämen immer mit viel Elan und Spaß zum Training. In diesem Zusammenhang brachte Mirco Buttgereit das Beispiel, dass es einmal wie aus Kübeln die ganzen eineinhalb Stunden gegossen hätte. Doch in der Mannschaft gab es keine Beschwerden. Alle machten mit und hatten trotz des Schmuddelwetters viel Freude. Am Ende jeder Übungseinheit gibt es zur Belohnung ein Trainingsspiel, das in der Spielfeldmitte beendet wird. Dort klatschten sich alle Spieler gegenseitig ab. "Das Soll noch einmal verdeutlichen, dass wir ein Team sind", so der Trainer und den Zusammenhalt in der Mannschaft stärken. Am 29. Mai um 9 Uhr bestreitet die Erwachsenenmanschaft übrigens ihr erstes Freundschaftsspiel auf dem Achimer Sportplatz. Zu diesem sind Zuschauer herzlich eingeladen. © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 17.05.2010 |
Durch betreutes Wohnen das Leben erleichtern
Landkreis und Leistungsanbieter der Behindertenhilfe planen fünfzig neue Wohnplätze
|
Unterzeichneten die neue Zielvereinbarung (v. l.): Stefan Bachmann, Dietmar Winter (Stiftung Leben und Arbeiten), Werner Ruhe, Hans-Dieter Hopfe (Lebenshilfe Verden-Rotenburg gGmbH), Inge Behrmann, Carl-Georg Issing (Stiftung Waldheim), Reiner Cordes (Lebenshilfe im Landkreis Verden), Karsten Bödeker (Landkreis), Oliver Geweke (Lebenshilfe), Bernd Dannheisig (Landkreis), Andrea Assmann-Köhler und Marion Urbatsch (Tragende Gemeinschaft) (Foto: Ulf Neumann, Landkreis Verden) VERDEN. Betreute Wohnangebote für Menschen mit Behinderung sollen im Landkreis Verden weiter ausgebaut werden. Vertreter des Landkreises und der fünf Leistungsanbieter der Behindertenhilfe unterzeichneten im Kreishaus jetzt eine neue Zielvereinbarung, nach der fünfzig neue betreute Wohnplätze bis Ende 2013 eingerichtet sein sollen. Eine höhere Zahl wird angestrebt. Bereits im April 2007 hatten Kreis und die Leistungsanbieter der Behindertenhilfe vereinbart, bis Ende des Jahres zwanzig Plätze für Menschen mit einer geistigen und körperlichen Behinderung auf ein selbstständiges Wohnen mit Unterstützung vorzubereiten. Beide Seiten betraten damals Neuland, denn ein solches Angebot gab es bisher nicht. Die Erwachsenen mit Behinderung lebten entweder im Haushalt der Eltern oder in einem Wohnheim. "Schon jetzt, mehr als ein halbes Jahr vor dem Ende der Laufzeit der Vereinbarung, haben wir das Ziel mit dreißig neuen betreuten Wohnplätzen deutlich überschritten", zog Bernd Dannheisig, Fachdienstleiter Soziales, eine positive Bilanz. Angesichts des Erfolgs, war sich der Landkreis mit der Stiftung Waldheim Cluvenhagen, der Stiftung Leben und Arbeiten aus Quelkhorn, der Lebenshilfe im Landkreis Verden, der Tragenden Gemeinschaft aus Schafwinkel und der Lebenshilfe-Rotenburg-Verden einig, das Erfolgsmodell fortzusetzen. Mit Hilfe der betreuten Wohnangebote erhalten Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, entsprechend ihrer persönlichen Fähigkeiten, den Lebensalltag in einer eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft weitgehend selbst zu meistern. Das Betreuungspersonal übernimmt nur die Aufgaben, die nicht selbstständig ausgeführt werden können. Selbstständiges Wohnen will jedoch gelernt sein. Schon vor dem Einzug trainieren die zukünftigen Teilnehmer über Monate, wie sei einen eigenen Haushalt führen. Sie üben beispielsweise das Schreiben einer Einkaufsliste, das regelmäßige Aufräumen der Wohnung oder auch das pünktliche Aufstehen. Den Menschen mit Behinderung gelingt es im Laufe der Zeit immer besser, so zeigt die Erfahrung, Aufgaben selbst zu übernahmen. Welcher zusätzliche Betreuungsbedarf noch notwendig ist, wird in regelmäßigen Zeitabständen zwischen dem pädagogischen Fachpersonal des Landkreises und den Leistungsanbietern in Hilfeplankonferenzen abgestimmt. Alle beteiligten Einrichtungen arbeiten untereinander in einer fachlichen Trägergemeinschaft zusammen und sind in der Kreisgruppe Verden des Paritätischen Niedersachsens organisiert. © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 15.05.2010 |
Gegen allerlei Barrieren
Gestern Aktionstag für die Gleichstellung der Behinderten
|
"Miteinander statt nebeneinander", meinen auch die Waldheim-Zwerge (Foto: Brodt) ACHIM (mb). Bunte groß gewachsene Zwerge erregten gestern beim Achimer Wochenmarkt Aufmerksamkeit. Sie traten am bundesweiten Aktionstag zur Gleichstellung von Behinderten auf, gehören zur Theatergruppe der Stiftung Waldheim, und Zwerge sind ja schließlich auch eine Minderheit. Der Achimer Senioren- und Behindertenbeirat, der Kreisverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, MOTIV (Menschen organisieren tatkräftige Interessen-Vertretung) und die Achimer Waldheim-Wohngemeinschaft (WaBe) in der Feldstraße versorgten die Marktbesucher mit Informationen. Kernforderung ist die Inklusion. Behinderte wollen von Anfang an dabei sein, nicht nur integriert werden. "Miteinander statt nebeneinander", heißt die Losung. Beklagt wird, dass nur 15 Prozent der behinderten Kinder eine Regelschule besuchten. Gefordert wird Barrierefreiheit, und das heißt nicht nur keine Stufen und Schranken, sondern auch verständliche, lesbare, hörbare Sprache und Wegweiser auch für Eltern mit Kindern, Gebrechliche und Ältere. © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 06.05.2010 |






