Wohnheim mit zusätzlichem Förder- und Arbeitsangebot

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Presse

Hier finden Sie eine Auswahl von Presseartikeln und andere Infos über die Stiftung Waldheim und ihre Verbundeinrichtungen, ebenso Artikel aus der Vergangenheit mit allgemeinen Informationen über die Stiftung:

Motorraddisco im Kasch

ACHIM. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen trotz ihrer Verschiedenheit und Beeinträchtigungen gemeinsam leben können. Geistig behinderte Menschen werden oftmals stark behütet - dabei interessieren sie sich besonders für Dinge, die Lebensfreude und Abenteuer ausdrücken, zum Beispiel Motorrad fahren. Gern würden sie dies einmal auf dem Sozius ausprobieren.

Dieser Gedanke wird mit dem Partyevent "Highway to Hell" für Menschen mit und ohne Behinderungen aufgegriffen: Die Waldheim Begegnungs- und Beratungsstelle (WaBe) und der Motorradclub Crazy Run veranstalten am Sonnabend, 31. Juli, ab 19 Uhr eine Motorraddisco im Kasch. Neben rockiger Musik ist das Rahmenprogramm voll und ganz auf das Motto "Motorrad" abgestimmt. So werden beispielsweise Motorradfahrten (auch im Beisitzer) angeboten. Der Eintritt kostet zwei Euro.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 23.07.2010

Seit 50 Jahren im Waldheim zu Hause

Karin Minning kam mit Vier aus Berlin

 

Karin Minning genießt das Leben in der Stiftung Waldheim seit vielen Jahren.

Foto: Hustedt

CLUVENHAGEN (hu) Im Waldheim in Cluvenhagen lässt es sich gut leben. Bester Beweis dafür ist Karin Minning, die seit 50 Jahren dort ihr Zuhause hat.

Und ein Anlass zum Feiern. Karin Minning hatte eine große Schar von Mitbewohnern eingeladen, so dass am langen Tisch im großen Speisesaal des Waldheims jeder Platz besetzt war.

Liebevoll hatten Wohnbereichsleiterin Saskia Schirmacher und ihr Team den Raum festlicht vorbereitet. Über den ganzen Tisch verteilt lagen Glitzerschildchen mit der Zahl "50" darauf und auch Rosen schmückten ihn. Zahlreiche Torten, Kuchen und Kekse standen zum Verzehr bereit, auf einem kleinen Tisch häuften sich hübsche Geschenke für die Jubilarin. Als dann Oscar Schouten für die Heimleitung Platz genommen hatte, eröffnete Karin Minning mit einer kleinen Ansprache das Kuchenbuffet.

Als Minning 1960 als Vierjährige aus Berlin nach Cluvenhagen kam, war dieses noch das 1932 gegründete "Heim für schwachsinnige Kinder", das von Helene Grulke geleitet wurde. Da auch sie aus der Hauptstadt stammte, ist es erklärlich, warum mehrere Berliner Kinder in Cluvenhagen landeten.

Am 27. Januar 1969 wurde das Heim in die "Stiftung Waldheim - Haus der Barmherzigkeit" umgewandelt, Vorsitzende des Kuratoriums wurde bis zu ihrem Tod am 10. Juli 1969 Helene Grulke. Heute leben 330 Menschen mit geistigen Behinderungen in der Stiftung Waldheim.

Dort fühlt sich Karin Minning sichtlich wohl. Sie ist sowohl in der Band des Waldheims als auch in der Tanzgruppe ein gern gesehenes Mitglied und macht immer fröhlich mit. Auch ihr Zimmer hat sie nach ihren Bedürfnissen und Wünschen eingerichtet.

Ihr freundliches Wesen hat sie zu einer beliebten Heimbewohnerin gemacht. "Wenn es nach Karille gegangen wäre, dann hätten wir noch viel mehr Bewohner einladen müssen", so Sandra Rinn, Betreuerin der Wohngruppe.

 

 

 

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 07.07.2010

Inklusive Therapie fürs Publikum

Das Zauberpferd mit Akteuren der Stiftung Waldheim hat am 30. September Premiere

Video zu diesem Ereignis ansehen:

www.kreiszeitung.de/media/videos/index.html 

Kostümprobe: Ruth Podlich (r.) hilft Anita Kumas beim Ankleiden.

VERDEN (nie) Vor jeder "Zauberpferd"-Probe muss Rainer Löwendorf erst mal aufsitzen und einige Minuten auf dem hölzernen Ross verweilen: Am Wochenende bot sich dem jungen Mann dazu besonders viel Gelegenheit: Theaterpädagogin Ruth Podlich hatte für die Theatergruppe der Stiftung Waldheim in Cluvenhagen einen ganztägigen Theaterworkshop organisiert.

"Rainer ist ganz vernarrt in das Zauberpferd", schmunzelt Podlich, die die Laienschar bereits seit Jahren leitet. Seit über zwölf Monaten übt sie mit einem Dutzend Laiendarstellern das orientalische Märchenspiel "Das Zauberpferd" ein, das erstmals am Donnerstag, 30. September, in der Aula des Gymnasium am Wall aufgeführt wird.

Rainer Löwendorf auf dem Zauberpferd.

Inszeniert wird frei nach einer Geschichte aus 1001 Nacht und Podlich berichtet, dass die fremdländisch anmutende Atmosphäre des Theaterstoffs einen zusätzlichen Reiz auf die Beteiligten ausübe. Wir haben uns zu Beginn der Proben mit dieser besonderen Märchenwelt beschäftigt, da die Schauspieler zunächst einmal ein Gespür für das Orientalische entwickeln mussten", so Podlich weiter. "Wir haben natürlich auch die Pracht der orientalischen Gewänder bewundert oder bereits ganz intensiv das orientalische Tanzen geübt."

Das Spiel auf der Bühne ist für Podlich und ihre Theatergruppe dabei keinesfalls Therapie, sondern vielmehr Kunst und harte Arbeit. Und es ist ein wichtiger Beitrag zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft. "Das Theater ist Schauspiel, und der Schauspieler spielt und will gesehen werden mit seiner Kunst." Und wenn eine Szene lustig sei, dann dürfte und solle auch gelacht werden. "Es wird ja nicht über den behinderten Menschen gelacht, sondern über den Spaß, den Humor, den er verbreitet", erklärt die Theatergruppenleiterin.

Während der vergangenen Jahre hat Podlich bereits viele Stücke mit behinderten Darstellern inszeniert und etliche so genannte Walking-Acts mit ihren Darstellern erarbeitet und aufgeführt. Und sie macht immer wieder die Erfahrung, dass die Zuschauer eine Vorstellung verändert verlassen. Dass sie ihrer Überraschung und Begeisterung freien Lauf lassen und über die schauspielerische Professionalität, das abwechslungsreiche Bühnenbild, die Kostüme und die ungewöhnlichen Regieeinfälle staunen.

Die behinderten Schauspieler sind in der Lage, Gefühle in allen Facetten darzustellen. Trauer wird ebenso gespielt wie Naivität, Freude, Witz, Wankelmut, Streit- und sogar Trunksucht. Aktuelle Probleme werden differenziert versprachlicht und in der aktuellen Geschichte werden große Gefühle einfühlsam choreographiert und ausgedrückt.

Am Ende lässt sich daher gar nicht mit Bestimmtheit sagen, wo der größere therapeutische Effekt eines solchen Theaterprojekts liegt: bei den Schauspielern, die durch ihr anerkanntes, gelobtes Spiel wichtige Bestätigung erfahren, oder bei den Zuschauern, die die Chance haben, mit Respekt und vielleicht auch Bewunderung diesen behinderten Menschen begegnet zu sein.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 15.06.2010

Neues vom Kunstraum

Rosemarie Treder, Marion Schindler, Marita Schofft (unser Bild zeigt eine ihrer Arbeiten) und Gabriele Liß stellen ihre beeindruckenden, fantasievollen Bilder mit kräftiger Farbgebung in der Frauenberatung Verden, Grüne Straße 31, von Mai bis einschließlich 30. September aus. Es handelt sich dabei um eine neue Ausstellung des Ateliers "Kunstraum" der Stiftung Waldheim Cluvenhagen.

 © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kreisblatt Datum: 27.04.2010